Teppichboden ist kein idealer Lebensraum für die Hausstaubmilbe

Hausstaubmilben und speziell ihre Kotbällchen werden für bestimmte Allergien und Asthma verantwortlich gemacht.

Was weiß man?

Behauptungen, dass Teppichböden Brutstätten für Hausstaubmilben sind, haben sich als falsch erwiesen.

 

Die Milbenpopulation in mit Teppichboden ausgelegten Räumen lässt sich durch richtiges und regelmäßiges Lüften und Reinigen leicht unter Kontrolle halten.
Teppichböden bieten Milben keinen idealen Lebensraum. Im Wohnbereich verhindert der Teppichboden, dass das allergene Material in die Innenraumluft abgegeben wird, indem er die feinen Allergenpartikel bis zum nächsten Staubsaugen im Teppichflor festhält. Demgegenüber werden auf glatten Oberflächen Allergene beim geringsten Luftzug aufgewirbelt. Somit verbessert der Teppichboden die Lebensqualität von Allergikern.

 

Nicht der Bodenbelag, sondern lokale Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte sind für das Gedeihen einer Milbenpopulation ausschlaggebend.
Die Landkarte zeigt, dass, obwohl die klimatischen Bedingungen in Nordeuropa das Milbenwachstum nicht begünstigen, man dort den Teppichboden fälschlicherweise für ein Problem gehalten hat. In südlichen Ländern überleben Milben selbst auf Hartbodenbelägen und Fliesen. Trotzdem gibt es dort keine Berichte über vergleichbare Probleme mit Hausstauballergien.

(Quelle: Bronswijk J.E.M.H. van, Schober G. Geoklimatische Verteilung von Innenraumallergenen. In: Jorde W., Schata M., eds. Mönchengladbacher Allergieseminar Band 5. Innenraumallergene. Dustri-Verlag, München- Deisenhofen. 1993: 69-84.

Verteilung von Milben in den Häusern von Patienten mit Milbenallergie

 

Überprüfter Lebensraum

Anzahl Milben je g eingesammelter Staub

 

Mittelwert

Höchstwert

Matratze

Schlafzimmer

30

450

Polstermöbel

Schlafzimmer

40

550

 

Wohnzimmer

34

500

 

Andere Räume

33

177

Teppichboden

Schlafzimmer

9

64

 

Wohnzimmer

8

280

 

Andere Räume

5

92

 
(Source: “Effective mite allergen avoidance in households with asthmatic children. Clinical and behavioral aspects”. [“Wirksame Vermeidung von Milbenallergenen in Haushalten mit asthmakranken Kindern”] Anneke M.T. van Lynden-van Nes - Netherlands June 1998)

Bettzeug bietet ideale Lebensbedingungen für Hausstaubmilben, weil sie dort unabhängig von der relativen Luftfeuchtigkeit des Schlafzimmers sind: Bettzeug ist warm und dunkel, nach dem Schlafen feucht und enthält abgestreifte Hautschuppen, von denen sich die Milben ernähren können. Das Vorkommen von Hausstaubmilbenallergenen in Matratzen ist anderthalb mal so hoch wie der Gehalt im Staub aus Teppichböden, die in Schlafzimmern verlegt sind.

Hausstaubmilben sind in Büros fast gar nicht anzutreffen

Eine Studie, bei der ein Vergleich zwischen den Teppichböden aus 27 zufällig ausgewählten Büroräumen mit denen aus 30 Schlafzimmern vorgenommen wurde, fanden sich Werte für das Hausstaubmilbenallergen von 0,32 μg/g in Büroräumen gegenüber 18,4 μg/g in Schlafzimmern. Fazit: Der Aufenthalt in Büroräumen, die mit Teppichböden ausgestattet sind, stellt für Allergiker kein Risiko dar.

(Quelle: V. Freund, F.Lieutier-Colas, M. Ott, A.Vrot, G. Pauli, F. De Blay H pitaux universitaires de Strasbourg,France 2002)